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poetischer Film

Poetische Filme lassen die herkömmlichen Gattungs- und Genrenormen hinter sich, indem sie deren Grenzen zum Fließen bringen. Sie sind in erster Linie persönliche Visionen der Filmemacherinnen und Filmemacher, in denen die konkrete Dingwelt des Objektiven und die imaginäre Vorstellungswelt des Subjektiven wichtiger sind als die Logik und Hermetik dramaturgischer Spannungskurven. Poetische Filme leben stark aus der Kameraarbeit, die die Bilder in lyrischer Weise verbindet. Im Vergleich zum experimentellen Spielfilm geht es ihnen aber nicht in erster Linie um die Verfremdung dramaturgischer Muster; vielmehr steht der Effekt des Verfremdens – der im poetischen Film trotz allem häufig vorkommt – nicht für sich selbst, sondern im Dienst eines poetischen Ausdrucks.

Beispiele: La Fiancée des Ténèbres (Frankreich 1944, Serge de Poligny); Sajat nowa (UdSSR 1969, Sergej Paradschanow); Az én XX. Századom (Ungarn/BRD 1988, Ildikó Enyedi); Tuvalu (BRD 1999, Veit Helmer).