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Prequel

Der Begriff meint ein „Vorangehendes“ und damit sozusagen das Komplement eines sequels: Gemeint ist ein Spielfilm, dessen Plot vor demjenigen eines bereits bekannten Werks spielt, der sich also derselben Diegese bedient, auf der Zeitachse der Story aber früher anzusiedeln ist (wie die beiden Star Wars-Episoden I und II, 1999 und 2002). Die Gründe, die zu einem Prequel führen, sind einerseits narrationsbedingt: Sei es, dass eine Weiterführung der Story (und damit ein Sequel) nicht denkbar ist, sei es, dass alle Fortsetzungsmöglichkeiten bereits ausgeschöpft sind. In aller Regel dominieren aber, ähnlich wie beim Remake, wirtschaftliche Überlegungen den Entscheid zu einem Prequel. Prequels werden an ihrem Bezugsfilm gemessen, wobei der Vergleich nicht immer zugunsten des neuen Films ausfällt – dessen Prequel-Charakter übrigens oft bereits im Titel signalisiert wird. Da das Publikum sehr durch das Vorbild des Vorgängerfilms eingenommen ist und zudem meist jüngere Darsteller auftreten müssen, enttäuschen sie in aller Regel. Butch and Sundance: The Early Days (1979) z.B. erzählt die Vorgeschichten zu jenen Geschehnissen, von denen George Roy Hills Butch Cassidy and the Sundance Kid (1969) erzählte – die beiden Hauptrollen sind aber, dem jüngeren Handlungsalter der Figuren entsprechend, mit jüngeren Darstellern besetzt. Ein Sonderfall ist The Godfather II (1974, Francis Ford Coppola), der sowohl Prequel- wie Sequel-Material zum ersten Teil der Trilogie (1971) enthält.

Referenzen