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Privatdetektiv

Nahezu ausschließlich männliche Figur im Spielfilm. Die konkreten Ausgestaltungen pendeln zwischen folgenden Extremen: Einerseits die schöngeistig- aristokratische Variante à la Sherlock Holmes oder Hercule Poirot (und vielleicht auch die Figur des Nick Charles aus der Dünner-Mann-Reihe), die ihre Fälle mit nichts als Scharfzüngigkeit und blitzgescheitem Verstand lösen. Andererseits der etwas heruntergekommene aber hypermaskuline, abgebrühte und kaltschnäuzige Anti-Intellektuelle, der als Einzelkämpfer und auch schon mal mit den Fäusten agiert (wie etwa der Ex-Polizist in Chinatown, USA 1974, Roman Polanski). Selbst der melancholische The Late Show (USA 1977, Robert Benton) zeigt den Detektiv als Figur, die in Abgründe des bürgerlichen Lebens eindringen kann, die der Polizei versperrt bleiben würden. Von Komödien und Parodien abgesehen, ist der Privatdetektiv stets smarter als die Polizei, zu der er in einem grundsätzlich schwierigen Verhältnis steht – nicht zuletzt dann, wenn er selber die Grenze zur Kriminalität touchiert (man denke an den schwarzen Detektiv in Shaft, USA 1971, Gordon Parks). Neben der femme fatale gehört der Privatdetektiv zum wiederkehrenden Figurentyp des Film Noir (etwa in The Maltese Falcon, USA 1941, John Huston).

Literatur: Conquest, John: Trouble is their business. Private eyes in fiction, film an television, 1927-1988. New York [...]: Garland 1990. – Delamater, Jerome H. (ed.): The detective in American fiction, film, and television. Westport, Conn. [...]: Greenwood Press 1998. – Kirchmann, Kay: The private and the public eye. In: Blimp: Zeitschrift für Film, 44, 2001, S. 171‑201.

Referenzen