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Qualitätsfilm

(1) Zunächst als Begriff in der Vermarktungspraxis früher Filmstudios verwendet (wie in Frankreich die Film d‘Art oder in den USA die Vitagraph Company) - mit dem Ziel, den Film für das besser situierte Bürgertum interessant zu machen; dazu wurden z.B. gesellschaftlich anerkannte Werke aus Literatur und Theater mit anerkannten Künstlern (Schriftstellern, Komponisten, Schauspielern etc.) für das Kino adaptiert; daher rührt das im englischen Raum bis heute gebräuchliche Synonym „high art“.

(2) Zunächst in den 1920er Jahren in Deutschland, etwas später dann in Großbritannien in den 1930er und 1940er Jahren, wurde der Begriff Qualitätsfilm von der Filmkritik aufgegriffen, um damit Filme mit humanistischen und moralischen Anspruchsidealen zu beschreiben, die ebenso unter dem Begriff „Tradition der Qualität“ (tradition de qualité) bekannt sind.

(3) Heute wird der Begriff in der Presse vielseitig und teilweise widersprüchlich verwendet: er kann sich gleichermaßen auf den Autorenfilm oder auf den Blockbuster beziehen.