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Sabogenten

Kofferwort aus „Saboteur“ und „Agent“

Eines der wichtigsten Motive des DDR-Kriminalromans der 1960er Jahre war der Sabogent. Man versteht darunter westliche Agenten, die in der DDR Sabotageakte zu verüben suchen, was aber von aufmerksamen Werktätigen und der Volkspolizei vereitelt wird. Das wohl bekannteste Beispiel ist der auf authentischen Ereignissen beruhende Spionagefilm For Eyes Only (DDR 1963, János Veiczi), der von einer amerikanischen Geheimorganisation berichtet, die die DDR zu untergraben versucht, die durch einen DDR-Undercover-Agenten enttarnt wird. Selbst im Kinderfilm findet man das Motiv (Der Moorbund, DDR 1960, Konrad Petzold).  Zum Kreis der Sabogenten-Filme gehören auch TV-Produktionen wie der Mehrteiler Das unsichtbare Visier (DDR 1973-79, Peter Hagen), der mehrfach das Motiv aufgriff und variierte. Ein wichtiges Motiv bildeten die Sabogenten-Figuren natürlich im Propagandafilm der DDR (wie in den Kurzfilmen Feindeswerkzeuge, 1954, oder Das Ganze Halt!, 1961).

Literatur: Hillich, Reinhard: Krimi in der DDR – DDR im Krimi. In: Die DDR im Spiegel ihrer Literatur. Beiträge zu einer historischen Betrachtung der DDR-Literatur. Hrsg. v. Franz Huberth. Berlin: Duncker & Humblot 2005, 105-116.