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Schauplatz

ursprünglich wohl abgeleitet aus: „der Platz, auf den sich die Blicke richten“; engl.: setting, location

(1) Der reale oder fiktive Ort, an dem eine Filmhandlung spielt, wird oft Schauplatz (oder: Schauplatz der Handlung) genannt. Im Falle, dass die Dreharbeiten tatsächlich on location durchgeführt wurden, spricht man von Originalschauplätzen. Tatsächlich sind Schauplatz und Drehort aber nicht identisch; das London des Films Oliver Twist (Großbritannien [...] 2005, Roman Polanski) etwa wurde in den Barrandov-Studios in Prag nachgebaut – wie viele Filme, die an historischen Orten spielen. Gelegentlich wird die Differenz von Schauplatz und Drehort sogar thematisch (Jean-Marie Straubs und Danièle Huillets Othon [eigentlich: Les yeux ne veulent pas en tout temps se fermer, ou Peut‑être qu'un jour Rome se permettra de choisir à son tour, BRD/Italien 1970] spielt im antiken Rom, basiert auf einem Text von Pierre Corneille (1664) und wurde in den Ruinen des modernen Rom gedreht).
(2) Schauplätze können auch motivisch-fiktional (im Horrorfilm z.B. ein verfallenes Schloss) oder szenisch gemeint sein (z.B. im Krimi der Ort des initialen Mordes [im Sinne des aus der Rechtssprechung bekannten locus delicti] etc.) oder sogar ganze Landschaften vermeinen (im Heimatfilm etwa die Lüneburger Heide).
 

Referenzen