Metainformationen zur Seite
  •  

Scherenschnittfilm

auch: Silhouettenfilm; engl.: silhouette animation

Eine Technik des Animationsfilms, bei der Scherenschnitte vor weißen oder gemalten Hintergründen einzelbildweise auf einer von unten beleuchteten Glasfläche animiert werden. Die Silhouetten-Animation hat ungemein starke graphische Qualitäten, die sich an die Traditionen des Schattentheaters, aber auch an die bildnerischen Gebrauchsweisen des Scherenschnitts, der seit dem 18. Jahrhundert in Europa verbreitet ist, anlehnt. Meist werden Schattenrisse der Figuren verwendet.
Silhouetten sind im Film sehr selten geblieben. Zwar finden sich immer wieder die verwandten Schattenspiele (bis in solche populären Fälle wie die Titel der Bond-Filme), doch ist der Scherenschnittfilm vor allem mit dem Namen Lotte Reiniger verbunden – sie gilt als Erfinderin und Meisterin der Gattung. Sie realisierte 1919 einen ersten Scherenschnitt-Kurzfilm (Das Ornament des verliebten Herzens). Von 1923 bis 1925 arbeitete sie mit Carl Koch, Walter Ruttmann, Berthold Bartosch und andern an dem abendfüllenden Die Abenteuer des Prinzen Achmed (1926). Danach drehte sie drei Dutzend weitere Kurz- und Langfilme, darunter weitere Märchen aus 1001 Nacht, aus den Sammlungen von Andersen und der Brüder Grimm. Eine ganze Reihe widmet sich der Musik von Mozart, Bizet u.a.; einige der Filme sind Werbefilme. 
 

Referenzen