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Schwarzafrikanisches Kino

Schlagwort, das sich allein auf die geografische Herkunft von Filmen bezieht. Innerhalb des afrikanischen Kinos wird oft unterschieden zwischen dem Maghrebinischen Kino (das aus dem islamisch-arabischen Nordwesten Afrika stammt) und dem schwarzafrikanischen Kino, das selbst wieder in anglo- und frankophone Regionen – die sich aufgrund der Produktionsbedingungen und der Rolle der ehemaligen Kolonialherren deutlich unterscheiden – aufgeteilt wird. Beide Begriffe implizieren die weitreichenden kulturellen Unterschiede zwischen diesen beiden Großregionen sowie den Umstand, dass sich afrikanische Filme einer (aus westlicher Perspektive) fremden Erzähltradition bedienen. Dennoch sind beide Begriffe so verallgemeinernd wie unscharf und dienen lediglich als grobmaschiges Ordnungskriterium. Und: Das Etikett „afrikanisches Kino“ ist meist ein westliches, mit dem nur jene afrikanischen Filme bedacht werden, die im Westen überhaupt gezeigt werden.

Beispiele: Yaaba (Burkina Faso/Frankreich/Schweiz 1988, Idrissa Ouedraogo); After the Wax (Zimbabwe 1991, Chaz Maviyane-Davies); Le Franc (Senegal/Schweiz/Frankreich 1994, Djibril Diop Mambéty).

Literatur: Schmidt, Nancy J. (comp.): Sub-Saharan African films and filmmakers . An annotated bibliography. München: Saur 1988. Suppl. London/München: Zell 1992/94. – Balseiro, Isabel (ed.): To change reels. Film and film culture in South Africa. Detroit, Mich.: Wayne State University Press 2003. – Barlet, Olivier: Afrikanische Kinowelten. Die Dekolonisierung des Blicks. Bad Honnef: Horlemann 2001. – Rosenstein, Johannes: Die schwarze Leinwand. Afrikanisches Kino der Gegenwart. Stuttgart: Ibidem-Vlg. 2003. – Thackway, Melissa: Africa shoots back. Alternative perspectives in sub-Saharan francophone African film. Bloomington: Indiana University Press [...] 2003.