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Silberfarbstoff-Bleichverfahren

Das Silberfarbstoff-Bleichverfahren ist (im Unterschied zu den sogenannten ‚chromogenen‘, d.h. additiv-farbbildende Verfahren) ein chromolytisches, d.h. subtraktiv-farbgewinnendes Verfahren der Farbgebung, das auf dem Prinzip der subtraktiven Farbsynthese beruht: Weißes Licht entsteht physikalisch aus der Mischung von buntem Licht. Nimmt man nun dem Weiß bestimmte Spektralanteile weg, so entsteht der Eindruck einer bestimmten bunten Farbe. Das Silberfarbstoff-Bleichverfahren macht sich dieses Prinzip auf chemisch-technischem Weg zunutze. Auf dem schwarz-weißen Filmträgermaterial (Polyester) sind in Schichten Silbersalze mit synthetischen Farbstoffen (Azofarbstoffe) in löslichen chemischen Verbindungen aufgetragen. Im Bleichverfahren werden diese Schichten gebleicht, d.h. es werden ihnen Farbstoffe entzogen: die gewünschten Farben bleiben zurück. Das Verfahren wird ab 1933 in der Filmbearbeitung genutzt. Es hat den Vorteil, dass keine Filter wie bei additiven Verfahren benutzt werden müssen und dass das Bildergebnis hinsichtlich Schärfe und Farbsättigung überlegener erscheint bis hin zu metallischen Anmutungen.
1962 veröffentlichte der schweizerische Chemiekonzern Ciby-Geigy sein Silberfarbstoff-Bleichverfahrens Cibachrome, das 1963/64-1991 im industriellen Rahmen hergestellt und bei der Fotografiefilm-Entwicklung angewendet wurde. Danach ging das Verfahren an die Firma Ilford über, die ihren Ilfochromefilm bis heute vertreibt. Das auf demselben Prinzip beruhende Bleichverfahren der Firma AGFA (CU 410) wurde schon vor langer Zeit aufgegeben.

Literatur: Koshofer, Gert: Farbfotografie. 1. Alte Verfahren. Die Zeit der frühen Pioniere. Farbrasterfotografie. Die alten Kopierverfahren und Geräte für Papierbilder und Diapositive. Vom Ausbleichverfahren zum Silberfarbstoff-Bleichverfahren. München: Laterna Magica 1981.