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Sowcolor

Als die sowjetischen Truppen im Jahre 1945 die Agfa-Werke in Wolfen besetzten, nahmen sie nicht nur Maschinen in die Sowjetunion mit, sondern auch die Technologie für Afgacolor, welche sie als Sowcolor im Jahre 1946 auf dem einheimischen Markt einführten. Wurde zunächst Beutematerial aus deutschen Beständen verwendet, wurde das Material regulär ab 1948 in der Filmfabrik Nr. 3 „GUKP“ des Ministeriums für Kinematographie der UdSSR in Schostka in der Ukraine (späterer Werkname: Svema) hergestellt. Die kurz als Filmtypen DS für Tageslicht und LN für Kunstlicht-Nergativfilme sowie CP für Positiv- und KP für Intermediate-Filme bezeichneten Materialien wurden später auch von der zweiten sowjetischen Filmfabrik W.W. Kuibyschew in Kassan produziert. Im Gegensatz zu Technicolor ist Sowcolor ein Drei-Schichten-(Tripack-)-Negativfilm. Erste Produktion mit dem neuen Material ist Eisensteins Ivan der Schreckliche, III Teil, der aber nie fertiggestellt und nur als Fragment Jahre später zu sehen ist. Stattdessen werden dem Sowjetmenschen bunte Heimatfilme wie Die Steinblume (1946) und Geschichten aus sibirischen Ländern (1947) von Pyriev geboten.