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Stil

Stil ist gefasst als systematischer Gebrauch kinematographischer Mittel, der insbesondere im spezifischen Produktionszusammenhang Hollywoods standardisiert und zum Regelwerk erhoben wird, so dass eine strikt arbeitsteilige Gliederung und damit Kosteneffizienz der Produktion möglich wird. Das Hollywood-System kann als ein solches set von Regeln und Normen beschrieben werden, das im Hintergrund der Produktionsentscheidungen steht und zugleich das implizite filmisch-ästhetische Wissen der Zuschauer ausmacht.
Stil meint nun nicht die pure Erfüllung einer historisch spezifischen Norm, sondern wird aufgefasst als dynamisches System, als Abfolge von Erfüllung und Verstoß gegen die Normen, als Prozess von Automatisierung und Verfremdung. Zum Teil sind Veränderungen des stilistischen Systems bedingt durch Veränderungen der technologischen Voraussetzungen (Farbe, Ton, Breitwandformate, 3-D-Verfahren etc.), aber auch wesentlich durch ökonomische Veränderungen (Marktanpassung, Medienkonkurrenz etc.) sowie institutionell sich verändernde Anforderungen wie z.B. Zensurbestimmungen („Hollywood production code“). Jedoch ist Stil nicht vollständig erklärbar durch gesellschaftliche Einflussnahmen, sondern ihm wird eine gewisse Tendenz zur Eigendynamik zugestanden: Das Ästhetische bildet ein autonomes Element des „mode of film practice“.

Literatur: Bordwell, David: On the History of Film Style. Cambrridge, Mass./London: Harvard University Press 1997. – Bordwell, David: Visual Style in Cinema. Vier Kapitel Filmgeschichte. Frankfurt: Verlag der Autoren 2001. – Bordwell, David / Staiger, Janet / Thompson, Kristin: The Classical Hollywood Cinema: Film Style and Mode of Production to 1960. New York: Columbia University Press 1985.
 

Referenzen