Metainformationen zur Seite
  •  

Superpanorama-70

auch: MCS 70

Superpanorama war die europäische Antwort auf Todd-AO und Super Panavision. Da kein eigenes preiswertes Verfahren zur Verfügung stand, entwickelte die Modern Cinema Systems(MCS) mit Sitz in München ein eigenes System, für das der Norweger Jan Jacobsen verantwortlich war. Das Bild wurde mit einer sphärischen Linse auf einem 65mm Filmnegativ aufgenommen. Die Bildfrequenz betrug 24 Bilder pro Sekunde. Aus dem Negativ konnte der 70mm Film mit sechs Magnettonstreifen und einem 2,21:1 Seitenverhältnis und der 35mm Film mit einem 2,35:1 Seitenverhältnis hergestellt werden. Jacobsen entwickelte außerdem ein eigenes Kamerasystem, welches den Mitchell-Kameras aus den USA in Handlichkeit und Beweglichkeit überlegen war. Die Kameras wurden in den USA sogar für Actionszenen und Luftaufnahmen verwendet. Ähnlich wie Cinerama und Cinemiracle wurde 1962 das neue System mit einem Reisefilm (Flying Clipper, 1962; das Format firmierte als CineVision) vorgestellt. Der Erfolg führte ab 1963 zu einer Reihe europäischer Koproduktionen. Die teuren Großproduktionen waren jedoch nicht wirtschaftlich genug, da sich der Zeitgeschmack des Publikums änderte. Einige aufwendige Produktionen folgten – darunter das exotische Abenteuerdrama Shéhérazade(1963, Pierre Gaspard-Huit), der May-Western Old Shatterhand(1964, Hugo Fregonese) oder die Komödie Der Kongreß amüsiert sich(1966, Géza von Radványi) –, doch wurde das Verfahren 1966 nach dem Fantasyfilm El fantástico mundo del doctor Coppelius(1966, Ted Kneeland) nach dem Ballett von Léo Delibes nicht mehr verwendet. 

Referenzen