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Teaser

selten auch: hook; von dem altengl. Verb taesan = zupfen, zerren, zerpflücken, (Flachs) hecheln; das Verb tease erhält im frühen 17. Jahrhundert die Bedeutung ‚belästigen, irritieren, beunruhigen, auch: hänseln, necken‘, das Substantiv tease/teaze findet sich im Sinne von ‚Quäl- oder Plagegeist‘. Im späten 19. Jahrhundert hat sich eine sexuelle Bedeutungskomponente entwickelt, der zufolge der Ausdruck eine Frau meint, die Intimitäten durch aufreizendes Verhalten geradezu herausfordert, dann aber den letzten Schritt zum Geschlechtsverkehr unterbindet. Von dort stammt die seit den 1930er Jahren gebräuchliche, von der Filmindustrie aufgegriffene Verwendung des Wortes für eine Kostprobe, die Appetit oder Lust auf „das Ganze“ wecken soll.

(1) Kurzer Werbefilm von 60 bis 90 Sekunden Länge, der sechs bis neun Monate vor einem Filmstart in die Kinos kommt. Teaser haben die Funktion, beim Publikum ein erstes Erinnerungsbild zu hinterlassen, an das die nachfolgende Werbekampagne anknüpfen kann. Üblicherweise versuchen Teaser eine Verknüpfung eines Reizbildes mit einem Slogan und dem Kennsignet des Films, dem sogenannten „key art“-Symbol, zu schaffen.
Die ersten Teaser-Trailer werden von US-amerikanischen Studios in den 1930er Jahren eingesetzt. Zum Grundbestandteil jeder größeren Filmwerbekampagne werden Teaser zu Beginn der 1960er Jahre. Universal brachte 1960 den ersten Teaser für Spartacus sechs Monate vor dem Filmstart in die Kinos, eine Zeitspanne die seither zum Industriestandard geworden ist. In einzelnen Fällen, wie etwa bei Terminator 2, kommen die Teaser bis zu neun Monate vor dem Starttermin heraus und ziehen zwei oder mehr Trailer im eigentlichen Sinn nach sich.

Literatur: Hediger, Vinzenz: Verführung zum Film. Der amerikanische Kinotrailer seit 1912. Marburg: Schüren 2001.

(2) Gelegentlich werden auch Teile eines Textes, die dazu dienen, das Interesse des Zuschauers zu erregen oder zu stabilisieren, teaser genannt; z.B. sieht man allgemein die Vorszenen zu Sitcoms, nach denen erst die Titel der jeweiligen Episode kommen, als Mittel, den Zuschauer zu binden.

Referenzen