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Terrorismus

Der Begriff bezeichnet Formen politisch motivierter Anwendung von Gewalt durch extremistische und revolutionäre Einzelpersonen und Gruppen: Sei es, dass gezielte Schläge eine Revolution oder staatliche Unabhängigkeit erschaffen sollen (IRA, RAF, ETA, PLO etc.), sei es, dass ein Staatsapparat den Terror toleriert oder selbst verordnet (französische Revolution, Stalinismus, Nationalsozialismus). Im Spielfilm tritt das Motiv in (Polit-)Thrillern sowie Abenteuer- und Actionfilmen auf, in denen es um die Ausführung eines terroristischen Coups geht, um den heroischen Einzelkämpfer (der die Welt vor bösen Terroristen rettet) oder um die Inszenierung eines authentischen Falls. Realistischere Filme suchen nach den Gründen, die zu Terrorismus führen – Armut, Rassismus, Unterdrückung von Minderheiten, Besatzungsszenarien, spezifische politische Klimata –, und formulieren ein mitunter massives Maß an Systemkritik. Im dokumentarischen Bereich sind Dokuporträts einzelner Terroristen und Terroristinnen zu verzeichnen (wie Ulrike Meinhof, Carlos etc.) oder aber Terror-Opfer (wie Hans-Martin Schleyer). Daneben aber steht immer wieder der Versuch, berüchtigte Anschläge in einen nachvollziehbaren Zusammenhang zu stellen.
Seit dem 11.9.2001 – dem Angriff auf das World Trade Center, das Pentagon und die Villa des US-Präsidenten - hat der Begriff drastische Veränderungen erfahren: Die Frequenz seiner Verwendung ist sprunghaft angestiegen; gleichzeitig hat sich das, worauf er verweist, um die Dimension des Religiösen erweitert (während die bisherige Breite an Inhaltsaspekten erheblich geschmälert wurde), so dass Terrorismus nun in erster Linie einen Terrorismus islamistischer Provenienz bezeichnet, der sich gegen die USA wendet.

Beispiele: Bhowani Junction (USA 1956, George Cukor); Deutschland im Herbst (BRD 1977, Rainer Werner Fassbinder u.a.); Il Caso Moro (Italien 1986, Giuseppe Ferrara); Die Hard (USA 1988, John McTiernan).

Literatur: Bürger, Peter: Kino der Angst. Terror, Krieg und Staatskunst aus Hollywood. Stuttgart: Schmetterling-Vlg. 2005. – Dixon, Wheeler Winston (ed.): Film and television after 9/11. Carbondale: Southern Illinois University Press 2005. – Hißnauer, Christian: Politik der Angst. Terroristische Kommunikationsstrategien im Film. In: Kino der Extreme. Kulturanalytische Studien. Hrsg. v. Marcus Stiglegger. St. Augustin: Gardez! 2002, S. 248-270. – Kraus, Petra (Hrsg.): Deutschland im Herbst. Terrorismus im Film. [Katalog zu einer Filmreihe des Münchner Filmzentrum.] München: MFZ 1997. – Slocum, John David (ed.): Terrorism, media, liberation. New Brunswick, NJ [...]: Rutgers University Press 2005. – Vanhala, Helena: Hollywood portrayal of modern international terrorism in blockbuster action-adventure films. From the Iran hostage crisis to September 11, 2001. Eugene, Oreg.: Diss., University of Oregon 2005.

Referenzen