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Terrorismus: Irland / Nordirlandkonflikt I

Unterscheidung zweier wesentlicher historischer Referenzen: Der Ausdruck „anglo-irische Krieg“ bezeichnet den Guerillakrieg der IRA (Irish Republican Army) gegen das Vereinigte Königreich von 1919 bis 1921; als „Nordirlandkonflikt“ oder „The Troubles“ werden die gewaltsamen, bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen bezeichnet, die von 1969 bis 1998 zwischen der irisch-katholischen und der protestantisch-britischen Bevölkerung Nordirlands ausgetragen wurden und die nationale Zugehörigkeit der Region zum Gegenstand hatten.

(1) Wie zahlreiche Wochenschaufilme (u.a. Trouble in Ireland, British Pathe 1914-1918) belegen, ist der irische Kampf um nationale Unabhängigkeit bereits im frühen 20. Jahrhundert auf der Leinwand präsent. In späteren Jahren findet er hier vermehrt fiktionale Bearbeitung, wobei insbesondere das nationale Trauma der Teilung Irlands in den Fokus der Darstellung rückt. Filme über den anglo-irischen Krieg inszenieren die Spaltung des Landes als Zwist ehemals vertrauter Freunde oder gar Brüder, in dem zuletzt der eine den Schießbefehl für den anderen erteilt (Michael Collins, USA/Großbritannien/Irland 1996, Neil Jordan; The Wind that Shakes the Barley, Großbritannien 2006, Kenneth Loach). Neil Jordans Biopic des Guerillakämpfers und Politikers Michael Collins stilisiert diesen zum nationalen Heilsbringer sowie zur tragischen Figur, der die Abkehr vom illegitimen Kampf zum Verhängnis wird.

Literatur: Coles, Robert: 1922 and All That: The Inner War in Features of Independence. In: Historical Journal of Film, Radio and Television 21,2, Spring 2001, S. 137-152. – Crowdus, Gary: The Screenwriting of Irish History: Neil Jordan's Michael Collins. In: Cineaste 22,1, March 1997, S. 14-20.

Referenzen