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Thomascolor

Als Thomascolor wird ein 1934 von Richard Thomas erfundenes Dreifarben-Farbverfahren genannt. Dabei wurden vier Bilder auf 65mm-Film durch eine Spezialoptik – bestehend aus vier Objektiven, die um eine gemeinsame Achse angeordnet waren – belichtet. Dabei war das obere linke Bild der Rot-, der obere rechte der Grün- und die beiden unteren Bilder der Blauauszug. Thomas begründete die Anordnung damit, dass er zwei Blauauszüge benötige, um die Empfindlichkeit des panchromatischen SW-Filmmaterials für blaues und ultraviolettes Licht auszugleichen. Die Vorführkopien beruhten auf einer optischen Reduktion auf 35mm-SW-Material. Das Verfahren kam nie über das Experimentierstadium hinaus. Einer der wenigen Filme war Jacques Tatis Jour de fête (Frankreich 1949; das Verfahren wird in manchen Beschreibungen als Thomsoncolor bezeichnet, nach der Société Thomson, die 1947 eine Lizenz des Verfahrens erworben hatte), der allerdings nie in Farbe aufgeführt werden konnte, bevor es 1994 gelang, das erhaltene Thomascolor-Material elektronisch auszulesen; der Film gelangte in die Kinos, weil Tati eine gleichzeitig photographierte SW-Sicherheits-Aufnahme hatte anfertigen lassen.

Literatur: Anon.: Color Movies from Black‑and‑White Film: Thomascolor. In: Popular Science, Aug. 1944, S. 196‑199. – Kistler, L.R.: The projection of Thomascolor motion pictures. In: International Projection 20,7, 1945, S. 12‑14. – Patente: USP 2152.224 (30.6.1936, 28.3.1939); USP 2251.177 (25.7.1939, 29.7.1941).