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tragische Liebe

Erzählmuster, das sozusagen komplementär zur (erfolgreichen) Liebesgeschichte verläuft und besonders gern in melodramatisch strukturierten, sogenannten Frauengenres eingesetzt wird. Im Zentrum steht die alles überschattende Unmöglichkeit eines Liebespaars, zueinander zu kommen. Die Gründe dafür reichen von rigiden gesellschaftlichen Moralvorstellungen über tapferes Pflichtbewusstsein, von archaischen Familienfehden über heimtückische Intrigenspiele bis hin zu politischen Umständen, den Wirren eines Krieges oder einfach nur vorgegaukelter Liebe. Am Schluss der Geschichten stehen Resignation und Verzicht, oft aber auch der Tod eines oder – in der Variante des romantischen Liebestods – beider Partner. Manchmal, aber längst nicht immer, ist die tragische Liebe eine Amour Fou, ein bedingungs- und rücksichtsloses Verfallensein zwischen zwei gleichberechtigten Partnern.

Beispiele: Romeo e Giulietta (Italien/Frankreich 1911, Ugo Falena; zahlreiche Neuadaptationen des Shakespeare-Stoffes); Anna Karenina (USA 1935, Clarence Brown; zahlreiche andere Adaptationen des Romans von Leo Tolstoi); Senso (Italien 1954, Luchino Visconti); Angst Essen Seele auf (BRD 1973, Rainer Werner Fassbinder).