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unsichtbares Kino (2)

Ein erstes „Unsichtbares Kino“ hatte der österreichische Experimentalfilmer und Kino-Purist Peter Kubelka 1970 in New York eröffnet. Als Vollendung des Konzepts gilt der in der Nachkriegszeit in Wien im Gebäude der Albertina erbaute Filmsaal, der 1989 von Kubelka als „Schwarzes“ bzw. „Unsichtbares Kino“ eingerichtet wurde – mit nachschwarzer Seiten- und Deckenbespannung und spartanischer Ausstattung mit Holzstühlen; keinerlei Saalbeleuchtung. „Unsichtbar“ heißt in diesem Zusammenhang, dass die Architektur selbst, vor allem alle luxurierende Kinoausstattung in der Wahrnehmung der Besucher vollständig zurücktreten sollte. Der Kinoraum sollte in einem puristischen Sinne der reinste mögliche Kinoraum werden, so dass alle Aufmerksamkeit des Zuschauers allein jenem virtuellen Raum des Films gewidmet sein sollte, der während der Vorführung auf der Leinwand sichtbar wird. Das „unsichtbare Kino“ galt seinerzeit als radikalste Zurücknahme des Kinoraums und als Neuinszenierung der Kinovorstellung. Bestuhlung und Tonanlage des Raums wurden 2002 allerdings umgerüstet.