Metainformationen zur Seite
  •  

Unterleger

Die Metapher des „Unterlegers“ stammt aus der Sendepraxis vor allem des kommerziellen Radios: Als Regel gilt: Niemals trocken moderieren! In nuce: Jeder Wortbeitrag – sei er ankündigender, informierender oder anderer Art - ist mit einer Hintergrundmusik „unterlegt“. (Man könnte die Metapher weiterspinnen – die eigentliche Nachricht liegt nämlich in einem „Musikbett“; gemeint ist damit das gleiche.) Unterleger sind oft seriell, entstehen durch Repetition musikalischer Phrasen; sie lenkten darum nach dem Argument der Macher nicht vom Inhalt der verbalen Botschaft ab, verstärkten sogar die Aufmerksamkeit.) Durch Unterleger soll eine verdeckte Dynamik in die Sendung gebracht werden, so dass der Wechsel der Programmbeiträge nicht mehr stark auffällt. Allerdings wird oft darauf geachtet, dass der Charakter des Unterlegers den Inhalt des Beitrags zu unterstützen sucht, je nachdem, ob er schnell oder langsam, sachlich oder erregt, ernst oder ironisch gesetzt ist. Inzwischen wird auch in vielen Berichterstattungsformaten nicht nur des kommerziellen Fernsehens mit Unterlern gearbeitet.

Literatur: Boeckmann, Klaus / Nessmann, Karl / Petermandl, Monika: Zum Einfluß von Hintergrundmusik in Bildungsfilmen auf Behaltensleistung und Beurteilung. In: Rundfunk und Fernsehen 38,1, 1990, S. 37-47. – Klüppelholz, Werner: Schattenklänge. Die Hintergrundmusik im Fernsehen. In: Medien Tenor 8, 109, 2001, S. 42-45. – Tauchnitz, Jürgen: Werbung mit Musik. Theoretische Grundlagen und experimentelle Studien zur Wirkung von Hintergrundmusik in de Rundfunk- und Fernsehwerbung. Heidelberg: Physica 1990 (Konsum und Verhalten. 24.).
 

Referenzen