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Urbane Legenden: Film

Im Film sind urbane Legenden eher randständig, unterliegen aber manchen Seitenepisoden. Wenn also eine Kuh aus einem Flugzeug fällt und eine Braut erschlägt (in Luna Papa, Russland 1999, Bachtijar Chudojnasarow), steht im Hintergrund ein Wandermärchen wie in vielen anderen Groteskkomödien; erinnert sei insbesondere an die Filme von Emir Kusturica (als Beispiel: Schwarze Katze, weißer Kater, 1997), der in bunter Vielfalt auf Geschichten dieser Art zurückgreift.
Im amerikanischen Horror-Kino werden zahllose Wandermärchen verarbeitet. Urban Legend (USA 1998, Jamie Blanks) etwa wird die für den Titel geradezu prototypische Geschichte einer jungen Frau erzählt, die eine ältere Dame als Anhalterin mitgenommen hat, misstrauisch wird, die Mitfahrerin aus dem Auto komplimentiert und wegfährt – und zu Hause eine Tasche mit menschlichen Organen und einem Beil findet: Die Beifahrerin ist ein vielfach gesuchter Mörder gewesen. In eine ähnliche Mischung von Wahrscheinlichkeit, Angstbesetzung und Realismus weist auch die Diskussion um die sogenannten Snuff-Filme, die der Legende nach Folterungen und Tötungen realer Akteure zeigen.

Literatur: Stine, Scott Aaron (1999): The Snuff Film. The Making of an Urban Legend. In: Skeptical Inquirer 23,3, 1998/99.

URL: http://www.melonfarmers.co.uk/basnuff.htm
 

Referenzen