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Verisimilarer Stil

engl.: verisimilar code bzw. style

Verisimilarer (= wirklichkeitsgerichteter) Stil ist der von Roberta Pearson eingeführte Begriff für die sich ab Anfang der 1910er Jahre allmählich gegenüber dem histrionischen Stil (histrionic code bzw. style) durchsetzende Spielweise des Schauspielens. Diese wird von zeitgenössischen Kommentatoren im Allgemeinen als ‚realistischer‘ empfunden. Statt mit kodifizierter Gestik und Mimik arbeiten die Schauspieler mit eher beiläufig eingesetzten Gebärden, oft auch unter Verwendung von Requisiten. Anstelle der ausladenden, betonten Gesten des histrionischen Stils setzen die Darsteller vor allem ihre Hände und Finger sowie ein zurückhaltendes Mienenspiel ein. Reaktionen werden eher angedeutet als ausgespielt, bisweilen auch in der Bewegung abgebrochen. Dies führt unter anderem zu einer mehr psychologisierenden und damit auch narrativ stärker integrierten Darstellungsweise.

Literatur: Pearson, Roberta E.: Eloquent Gestures: The Transformation of Performance Style in the Griffith Biograph Films. Berkeley: University of California Press 1992.
 

Referenzen