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Yellowface

Die Kombination [Hautfarbe]+face diente in Hollywood als Bezeichnung für weiße Akteure in Verkleidungen und Masken, die rassische oder ethnische Zugehörigkeit darstellen sollten.

In der Hochphase Hollywoods war es üblich, Mitglieder der gelben Rasse – Chinesen, Japaner, Koreaner etc. – von weißen Schauspielern darstellen zu lassen. Dazu wurden die Augen mit einer Maske zu Schlitzen verengt; Zudem signalisierten gelblich-bräunliche Hautfarbe, trippelnder Gang und näselnd-lächerliche Aussprache (oft mit der r-l-Vertauschung) die andere Rassenzugehörigkeit. Einige Darsteller wie der in Schweden geborene Charlie-Chan-Darsteller Warner Oland spielten einen Großteil ihrer Rollen als yellowfaces. Andere gaben Einzelrollen in Maske; zu den Bekannteren gehören John Wayne (als Dschingis Khan), Mickey Rooney als Chinese in Breakfast at Tiffany`s (1961, Blake Edwards), Katherine Hepburn in Dragon Seed (1944, Harold S. Bucquet, Jack Conway), Myrna Loy als Tochter Fu-Man-Chus und Boris Karloff als Fu-Man-Chu selbst (in The Mask of Fu Man Chu, 1932, Charles Brabin), neuerdings David Carradine in der Fernseh-Serie Kung Fu (1972ff). Das wichtigste Argument, Weiße in „orientalischen Rollen“ einzusetzen, bestand darin, dass sie die Stereotypen besser umsetzten als Mitglieder der asiatischen Völker selbst. Auffallend ist allerdings auch, dass yellowfaces immer als Maskierungen – als „Weiße“ in der Maske von „Gelben“ – erkennbar bleiben.

Literatur: Ito, Robert B.: "A Certain Slant". A Brief History of Hollywoo/d Yellowface. In: Bright Lights Film Journal 18, 1997 [online: http://www.brightlightsfilm.com/18/18_yellow.html.].