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Zackenschrift

eigentlich:Amplitudenverfahren, engl.: variable area; auch: Transversalverfahren; engl.: variable area sound recording system

Die Zackenschrift ist ein optisches Tonaufzeichnungsverfahren, für die der schwedische Erfinder Sven Ason Berglund am 28.8.1912 ein Patent erhielt. Entwickelt wurde es vermutlich von dem französischen Elektroingenieur Eugène Augustin Lauste, der es als Teil einer Kamera (der Pathé industriel) vorsah; eine öffentliche Vorführung des Lauste-Verfahrens hat es aber nicht gegeben.
Beim Amplitudenverfahren wird der Ton in gleichbleibender Schwärzungsintensität zackenförmig auf einen gleichbreiten (als gleichmäßig „schwarz“ zu denkenden) Streifen auf dem Filmband aufgebracht; die akustische Information ist in der Form von Zacken, die auf diesen Streifen belichtet werden, kodiert; dabei wird in der Doppelzackenschrift, die bis heute üblich ist, das optische Signal symmetrisch um die Mittellinie des Tonstreifens aufgebracht; Mono-Lichtton wird dagegen als Weiß-Ausschlag an den linken Rand des Tonstreifens repräsentiert. Die Lautstärke bestimmt die Breite der Zacken, die Frequenz ihre Form. Ist es ganz still, ist der Streifen komplett schwarz (also: unsichtbar). Stereoton kann mit einer einzigen Lichttonspur wiedergegeben werden – die Auslenkung der Zacken auf der einen Seite bestimmt dann den Stereoton; tatsächlich ist Stereoton aber meist in zwei separaten Lichttonspuren wiedergegeben worden. Gegenüber der Sprossenschrift hat sich die Zackenschrift weltweit als Standardverfahren durchgesetzt. Manchmal gar ist die Lichttonspur der Zackenschrift im Kino zu sehen gewesen – im Titel etwa von François Truffauts La Nuit américaine (1972) läuft der Ton im Bild mit; und in Walt Disneys Fantasia (1940) ist gar eine ganze Episode vom „Tonfilm“ beherrscht.