Metainformationen zur Seite
  •  

Zentralasiatisches Kino

Zum zentralasiatischen Kino rechnet man Produktionen aus den Ländern Zentralasiens, die in den frühen 1990er Jahren als unabhängige Staaten aus der ehemaligen Sowjetunion hervorgingen: Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan. Heute gibt es in den ehemals sowjetischen Republiken weder filmtechnische Betriebe für 35-mm-Film noch ein funktionierendes Verleih- und Kinosystem.
Der Begriff dient lediglich als grobmaschiges Ordnungskriterium, ist bewusst verallgemeinernd und unscharf und nimmt keine Rücksicht auf die massiven kulturellen Unterschiede innerhalb Zentralasiens. Das Etikett „zentralasiatisches Kino“ ist je nach Beschreibungszusammenhang ein westliches, mit dem konsequenterweise auch nur jene Filme bedacht werden, die im Westen überhaupt gezeigt werden. Filmisch reicht die Palette vom sowjetisch geprägten Agitprop-Film bis zur „neuen kasachischen Welle“, in der sich Filmemacher auch an Tabuthemen heranmachten. Nahezu Kultstatus genießt der 1988 entstandene Drogen-Film Igla (Die Nadel) mit Viktor Tsoi – dem „asiatischen James Dean“ – in der Hauptrolle. Zu den Beispielen rechnen Kairat (Dareschan Omirbaew, Kasachstan 1991), Kosh ba kosh (Bakhtiar Khudojnasarow, Tadschikistan 1993) und Dilhiroj (Yussuf Rasikow, Usbekistan 2002).