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Zoopraxiscope

manchmal auch: Zoographiscope, Zoogyrscope, Zoopraxinoscope

Von dem Fotografen Eadweard Muybridge im Jahre 1879 erfunden, gilt das Zoopraxiscope als optisches Spielzeug und als Vorläufer des Kinos. Muybridge war durch seine Bewegungsstudien von Tieren berühmt geworden: Im Jahre 1877 fotografierte er ein galoppierendes Pferd mit einer Reihe von Kameras, um zu zeigen, wie es im Galopp alle vier Beine vom Boden abhebt. Für das Zoopraxiscope zeichnete bzw. malte Muybridge seine Bewegungsstudien an den Außenrand einer Glasscheibe, die einen Durchmesser von ca. 30cm (später auch: 40cm) hatte. Die Scheibe wurde senkrecht und drehbar vor dem Objektiv einer Laterna Magica befestigt, während eine zweite in gegengesetzter Richtung drehende, undurchsichtige Scheibe mit Ritzen als primitive Blende fungierte, um eine projizierte Illusion der Bewegung zu erzeugen. Da die Blende das Bild verzerrte, wurde zur Korrektur das Bild auf der Scheibe etwas in die Länge gezogen. Musser meint darum, „it could be argued that in a sense Muybridge actually set back the technology of rapidly projecting successive images“. Das Zoopraxiscope wurde zuerst 1880 in Kalifornien vorgeführt. In den nächsten Jahren führte Muybridge seinen Apparat in Amerika und Europa vor, so auch 1882 in der Royal Academy in London. Nach dem Tode Muybridge‘ im Jahre 1904 fanden sich im Nachlass 66 Scheiben, die mit dem Apparat dem Kingston on Thames Museum bei London verschenkt wurden. Heute befinden sich noch weitere Scheiben in Washington, Rochester und Prag, wovon einige wenige auch fotografische Bilder aufweisen.

Literatur: Musser, Charles: The Emergence of Cinema. The American Screen to 1907. New York [...]: University of California Press 1990, S. 48ff.

Referenzen