Lexikon der Filmbegriffe

scream queen

(1) Der engl. Ausdruck (wörtlich ‚Schreikönigin‘) bezeichnet Schauspielerinnen, deren Rolle es ist, als Reaktion auf gruselige, angsterregende, abstoßende, ekelerregende oder bedrohliche Situationen, denen sie in einer Spielhandlung ausgesetzt sind, blankes Entsetzen mimisch und eben auch akustisch zu artikulieren. Dabei werden gutaussehende, zumeist wohlproportionierte und häufig leichtbekleidete jüngere Mädchen (Teens und Twens) von Außerirdischen, Ungeheuern, Monstern, ekligem Kleingetier, verrückten Wissenschaftlern, Verbrechern, Mördern, Serienkillern und Fieslingen aller Art und Qualität erschreckt, geängstigt, gejagt, sexuell belästigt oder gequält. Scream queens treten oft über längere Zeit in mehreren Filmen auf und erlangen so einen gewissen Serien-Kultstatus wie Jamie Lee Curtis nach ihrer Hauptrolle in John Carpenters Halloween (1978) und den diversen Nachfolgerollen. Neben den Königinnen und Prinzessinnen des Horrorfilm-Trash und der B-Movies werden allerdings auch Schauspielerinnen aus Filmen von Weltniveau den scream queens zugeschlagen, so Janet Leigh mit ihrer berühmten Rolle in Hitchcocks Psycho. Insbesondere Wes Cravens Trilogie Scream 1-3 (USA 1996-2000) wusste die scream queens effektvoll titelgebend in den Mittelpunkt zu rücken. Als erste scream queen gilt, noch im 19. Jahrhundert, die Französin Alice Guy-Blaché (1873-1968).
(2) Künstlerin, mit deren Stimme verschiedenste Schreie auf Band vorproduziert werden.

Literatur: Beck, Calvin Thomas / Stewart, Robert: Scream queens: heroines of the horrors. New York: Macmillan 1978, Nachdr.: New York: Collier / London: Collier Macmillan 1980. – Parla, Paul / Mitchell, Charles P.: Screen sirens scream! Interviews with 20 actresses from science fiction, horror, film noir and mystery movies, 1930s to 1960s. Jefferson, NC [...]: McFarland 2000.

Referenzen:

Horrorfilm


Artikel zuletzt geändert am 20.07.2011


Verfasser: LK


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