Lexikon der Filmbegriffe

Sexploitation / Sexploitation Film

Kofferwort aus sex + exploitation ‚Ausbeutung‘.

Sammelbezeichnung für ein Herstellungsprinzip erotischer Filme sowie für jenen Teil der Filmindustrie, der mit der Herstellung möglichst billiger Sex- und Pornofilme unter Ausnutzung der Darsteller/innen wie auch von Vorlieben und Sehnsüchten des Zielpublikums in kurzer Zeit viel Geld verdienen will. Dazu werden Nacktheit und sexuelle Handlungen – inhaltlich häufig verankerungslos und unmotiviert – in sensationell erscheinende, zumeist wenig tragende Alibi-Handlungen eingeflochten. Sexploitationsfilme sind jedoch keine Hardcore-Filme im eigentlichen Sinne, konzentrieren sich also nicht auf den bloßen Sexualakt. Ihre hohe Zeit hatte die Sexploitation in den 1960/1970er Jahren. Nachdem lange nur Undergroundfilmer und Kleinstproduktionen das Genre bedient hatten, wagte sich mit Russ Meyers Beyond the Valley of the Dolls (USA 1970) erstmals auch eine der großen Produktionsfirmen (20th Century Fox) an die Materie. Inzwischen ist für die Vermarktung derartiger Filme der Videoverleih und mit dem Internet das Video-on-Demand (VOD) zum vermutlich wichtigsten Faktor geworden. 

Literatur: Schaefer, Eric: "Bold! Daring! Shocking! True!": a history of exploitation films, 1919-1959. Durham, NC: Duke University Press 1999. – Sexploitation filmmakers: wildest, sexiest, weirdest, sleaziest films: masters of the nudie-cutie, ghoulie, roughie, and kinkie, ed. Riccardo Morrocchi & Stefano Piselli. Text by James Elliot Singer. Foreword by David F. Friedman. Firenze: Glittering Images 1995; erw. Neuaufl. 1997 (Bizarre Sinema!.).
 

Referenzen:

Exploitation

Exploitation film

gonzo movie

Hardcore

Hentai

Histo-Sexploitation

nudie

roughie

Sleaze-Film


Artikel zuletzt geändert am 21.01.2012


Verfasser: TB LK


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