Lexikon der Filmbegriffe

Fußballfilm: Fußball-Dokumentarfilm

Das von Kameras auf den Fußball gerichtete Interesse ist so alt wie die Kinematographie selbst: Als erster Fußballfilm überhaupt hat der von Alexandre Promio für die Frères Lumière realisierte Film Football (1897) zu gelten – die erste überlieferte Dokumentation eines offiziellen Fußballspiels war Blackburn Rovers v West Bromwich (1898). Dokumentationen einzelner Spiele sowie Berichte vom Randgeschehen des großen wie des kleinen Fußballs waren stets und von Anbeginn fester Bestandteil der Wochenschauen im Kino und der Tagesberichterstattungen im Fernsehen. Diesen Fußballspiel-Filmen (Richard Kirn) standen ebenfalls schon immer thematisch ausgerichtete Dokumentarfilme an der Seite, die von großen Turnieren (offizielle FIFA-Dokumentarfilme zu den Fußball-Weltmeisterschaften), großen Mannschaften (Dynamo Kiew – Legende einer Fußballmannschaft, 2000), großen Spielern (Isto é Pelé, 1974; Michael Laudrup – En fodboldspiller, 1993) und großen Rivalitäten (The Big Clubs, 1975; Lokalderby, 1997) berichteten. Kritische Hinterfragungen der Kommerzialisierung des Profi-Fußballgeschäfts (Der Rasen ihrer Träume, 1978 und 1980; Profis, 1979) sowie Blicke auf die Zuschauergewalt und das zunehmend als Problem wahrgenommene Phänomen der Hooligans (Proè?, 1987; Trouble on the Terraces, 1994) sind weitere populäre Sujets des Fußball-Dokumentarfilms, der heute fast ausschließlich Domäne des Fernsehens geworden ist. Dort entstanden nicht zuletzt aber auch formal äußerst innovative Experimentalfilme wie Fußball wie noch nie (1971) von Hellmuth Costard.


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JTS


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