Lexikon der Filmbegriffe

Konstanzphänomene

Als Konstanzphänomene bezeichnet die Wahrnehmungspsychologie insbesondere den Sachverhalt, dass wir unabhängig von der perspektivischen Gegebenheit eines Objekts seine Größe als konstant wahrnehmen. Wir erkennen also die wahre Größe eines Gegenstandes trotz der sich ändernden Größe seines Netzhautbildes. Dies ist möglich, weil die Umgebung in der Regel ausreichend Tiefeninformationen bietet, um die „relative Größe“ des Objektes bestimmen und seine „wahre Größe“ eruieren zu können. Das Phänomen der Größenkonstanz findet sich sowohl bei der Bildwahrnehmung als auch bei der alltäglichen Gegenstandswahrnehmung.
Weitere Faktoren in die Größenwahrnehmung gehen darin ein. Hierzu zählen vor allem die Tiefeninformationen, die sich mit der Entfernungswahrnehmung einstellen und insbesondere den Sehwinkel einschließen. Das bedeutet umgekehrt, dass Situationen mit mangelnden oder irreführenden Tiefeinformationen zu erheblichen Fehleinschätzungen der Größe führen. Die optischen Täuschungen bieten hierfür ein vielzitiertes Beispiel. Gelegentlich ist sie die Grundlage visueller Gags wie in Top Secret (1984), bei dem man in ein Zimmer sieht, im Vordergrund – Groß – ein Telefon; einer der Militärs im Hintergrund löst sich aus seiner Gruppe, kommt zum Telefon – das sich als tatsächlich riesengroß erweist; die Größenannahme ist falsch gewesen. 

Literatur: Campenhausen, Christoph von: Die Sinne des Menschen. Einführung in die Psychophysik der Wahrnehmung. 2. Aufl. Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag 1993. – Goldstein, E. Bruce: Wahrnehmungspsychologie. Eine Einführung. Heidelberg [...]: Spektrum 1997, bes. 237ff.


Artikel zuletzt geändert am 31.07.2011


Verfasser: KSH HJW


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