Lexikon der Filmbegriffe

Telecine

zusammengezogen aus: television cinematography

(1) Das Verfahren, mit dem man die für Film normale Bildfrequenz von 24 B/S auf die im Fernsehen standardisierten 25 B/S (im europäischen PAL-System; im amerikanischen NTSC-System werden 29,97 B/S ausgestrahlt), nennt man Telecine. Anders als im in Europa üblichen 1:1-Verfahren, bei dem der Film um ca. 4% schneller läuft (dem sogenannten PAL Speed-Up), werden dabei zusätzliche Bildfelder eingefügt, so dass die ursprüngliche Laufzeit erhalten bleibt; sonst würde der Film um ca. 25% beschleunigt laufen müssen. Würde man die Einzelbilder der Vorlage zählen, wird jedes ungerade Filmframe in jeweils zwei Halbbilder, jedes gerade dagegen auf drei Halbbilder verteilt. Dadurch erhält man 60 Halbbilder pro Sekunde, so dass der Film in der Fernsehausstrahlung in der richtigen Geschwindigkeit laufen kann. Dieses Verfahren nennt man 2:3-Transfer. – Das Verfahren, mit dem man umgekehrt Video-Signale auf einen Filmbildträger transformiert, nennt sich Inverse Telecine.
(2) Telecine ist eines der verbreiteten hochqualitativen Verfahren der Video-Piraterie. Dabei wird das Signal unmittelbar vom Film abgenommen, digitalisiert und dann wahlweise als Fernsehnorm-Signal (PAL, SECAM, NTSC etc.), als SVS-Signal oder als DivX-Signal editiert und auf entsprechende Signalträger gespeichert. Verwandte Verfahren sind Telesync, Screener, Cam und DVD-Rip.

Referenzen:

Abtastung

drop frame

Electronovision

PAL Speed-Up

Strecken


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JH


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