Lexikon der Filmbegriffe

Dada

Die Dada-Bewegung entstand 1915 in Zürich aus der Gruppe von Literaten, Malern, Bildhauern um Hans Arp und in New York, angeführt durch Marcel Duchamps. Die Dadaisten versuchten, Anti-Kunst zu produzieren, sie stellten sich massiv gegen bürgerliche Konventionen in Gesellschaft, Geschmack und Kunst. Die Technik der Collage aus dem Kubismus wurde verbunden mit Strategien der Provokation und der Diffamierung der bürgerlich-idealistischen Kunst. Die Gruppe zerfiel anfangs der 1920er Jahre rasch, viele Dadaisten wandten sich dem Surrealismus zu. Die Bewegung lehnte sich insbesondere gegen die Konventionen der „bürgerlichen“ Kunst auf, polemisierte insbesondere gegen den emotionsgeladenen Expressionismus und machte Kategorien wie Irrationalität und Kontingenz zur Programmatik einer nihilistischen Anti-Kunst. Mit ihren antireferentiellen und dekontextualisierenden Werken machten Dadaisten auf Sprach- und Gestaltungskonventionen aufmerksam, indem sie sie häufig ins Absurde führten. Beinahe sämtliche modernistischen Kunsttechniken (Collage, Assemblage, Aleatorik, Abstraktion, Integration indigener Kunst, Performance, Integration von Alltagsgegenständen und Populärkultur etc.) stammen aus der Dada-Bewegung.

Die Dada-Bewegung entstand zur gleichen Zeit in mehreren Metropolen: Dem Zürcher Dadaismus gehören Künstler wie Tristan Tzara, Hugo Ball und Hans Arp an, die dort das „Cabaret Voltaire“ gründen, in New York versammelten sich Künstler wie Francis Picabia und Edgar Varèse um Marcel Duchamps, der Alltagsgegenstände zu künstlerischen „Ready Mades“ erklärte. Man Ray entwickelte später eine dem Zufall verpflichtete Fototechnik, die „Rayografie“, bei der Objekte unmittelbar auf Film belichtet wurden. In Paris verbinden sich die Namen André Breton, Paul Éluard und Louis Aragon mit der Künstlerbewegung, die sich insgesamt als Reaktion und Protest auf den ersten Weltkrieg verstand und später in den Surrealismus mündete.

Literatur: International Dada Archive (www.lib.uiowa.edu/dada/)

Referenzen:

Surrealismus / surrealistischer Film


Artikel zuletzt geändert am 07.02.2012


Verfasser: HJW NMS HM


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