Lexikon der Filmbegriffe

Klimax

engl. climax

(1) Traditionellerweise wird der Höhepunkt des Spiels, an dem alle Fäden der Handlung zusammenkommen und der unmittelbar vor der Auflösung (dem dénouement) der Intrige steht, Klimax genannt. Sie bezeichnet sowohl den emotional intensivsten Punkt der Rezeption wie auch den entscheidenden letzten Wendepunkt der Geschichte. Die Klimax steht am Ende einer Krise (buildup), wird durch eine Erhöhung des Tempos und eine Engführung der Themen der Geschichte vorbereitet, sie pointiert diese und öffnet sie für einen entscheidenden Umschwung. Filme und Stücke können mehrere Klimaxe haben.
(2) In Freytags Dramaturgie ist die Klimax der Übergang von steigender zu fallender Aktion, also der zentrale Glückswechsel, der das Drama dem Ende zuführt.
(3) Auch auf mikrostrukturellem Niveau lassen sich in Szenen klimaxartige Verdichtungen der Konflikte nachweisen. Die Szene realisiert also selbst dramatische Strukturen, führt Interaktionen durch Krisen hindurch, verdichtet sich zu Momenten hoher Intensität und baut diese Innenspannung dann wieder ab. Folgt man dieser Vorstellung, ist das Gesamt der Geschichte wie eine Sägezahn-Struktur gebaut, die über Zwischen-Klimaxen schließlich den makrostrukturellen Höhepunkt erreicht. 
 

Referenzen:

Antiklimax

buildup

dénouement

Höhepunkt

Höhepunkt I: Erlebensform

Höhepunkt II: narratologische Auffassung

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Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: HJW


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