Lexikon der Filmbegriffe

CinemaScope

Nachdem Cinerama 1952 für großes Aufsehen gesorgt hatte, kaufte 20th Century-Fox die Rechte an einem Verfahren namens Anamorphoscope, das der französische Erfinder Henri Chrétien schon Ende der 1920er Jahre entwickelt und patentiert hatte. Eine anamorphotische Linse verzerrt das Bild während der Aufnahme und entzerrt es wieder während der Wiedergabe. Somit erreicht man, dass ein breiteres Bild auf einen Standardfilm passt. The Robe (Das Gewand, 1953) war der erste Film, der mit diesem Verfahren gefilmt wurde. Mit Ausnahme von Paramount, die auf das eigene VistaVision-Verfahren setzten, lizensierten praktisch alle großen Hollywood-Studios die CinemaScope-Technik.
Immer wieder wurde beklagt, dass in der Projektion die Bildmitte mehr auseinandergezogen werde als die Ränder. Besonders sichtbar ist das bei Nahaufnahmen von Gesichtern, so dass sogar scherzhaft von „CinemaScope-Mumps“ die Rede war. Großaufnahmen wurden in späteren CinemaScope-Filmen nur äußerst selten eingesetzt. Ab 1957 wurden die alten Cinemascope-Linsen der Firma Bausch & Lomb, die die Linsen für 20th Century Fox gebaut und verbessert hatten, langsam von verzerrungsfreieren Modellen der Firma Panavision ersetzt.
CinemaScope auf einem normalen 35mm-Film liefert ein Seitenverhältnis zwischen 2,66:1 und 1,66:1; die umgangssprachliche Redeweise „Scope-Format“ meint meist ein Seitenverhältnis von 2,35:1.

Referenzen:

Mumps-Effekt


Artikel zuletzt geändert am 24.08.2014


Verfasser: TB


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