Lexikon der Filmbegriffe

Teenie-Film

engl.: teen drama, teendrama, teen film, teen flick, teenpic, youth cinema, youth film; auch: campus comedy, college comedy, college movie, college musical, slacker comedy

Filme, die mehrheitlich Teenager als Darsteller haben und sich hinsichtlich der erzählten Thematiken auch an diese Altersgruppe wenden. Themen wie Übergangsriten („rites de passage“), Identitätsfindung, Lösung vom Elternhaus, Orientierung an Peergroups, Cliquenbildung, Freundschaft und Feindschaft, Anbahnung von Liebesbeziehungen, Probleme mit der Sexualität, Übernahme von Verantwortung, Suche nach metaphysischen Werten und Fragen nach dem Sinn von Zukunftsgestaltung durchziehen die Teeniefilme. In den High School films spielt die (höhere) Schule als Ort der Zusammenführung von Teilhandlungen eine zentrale Rolle, während die sogenannten Collegefilme an Universitäten oder Hochschulen spielen. Neben Treffpunkten von Cliquen (beach movies, surf movies, summer camp movies, party movies) können Teeniefilme als Komödien, Null-Bock-, Nichtengagement- und Abhängerfilme (= slacker movies), Musik-Filme, Musicals, Horror- und Slasherfilme oder Gewalt-Filme (Rockerbanden-Filme, Hood-Filme, gangsta films, Jugendknast-Filme) subkategorisiert werden. Auch Genremischungen sind möglich. Teeniefilme wurden seit den 1950er Jahren in großer Zahl – über 100 – als Exploitationsfilme hergestellt, als die Filmindustrie diese Altersklasse als Zielgruppe entdeckte und auf Themen wie Sex, Drogen, Musik und Gewalt setzte. Unterscheiden lassen sich daher auch vier Haupttypen: (1) Rock’n’Roll-Filme, (2) Horrorfilme, (3) Filme über Jugendkriminalität und (4) Filme über „nette und ordentliche“, d.h. vorbildliche Teenager.

Beispiele für die große Bandbreite des Teeniefilms: In I Was a Teenage Werewolf (Der Tod hat schwarze Krallen, USA 1957, Gene Fowler Jr.) sucht ein Teenager Rat bei einem üblen Psychodoktor, der ihn in einen Werwolf transformiert. In Back to the Future I-III (Zurück in die Zukunft, USA 1985-1990, Robert Zemeckis) wird ein 17jähriger Schüler von einer als Sportwagen getarnten Zeitmaschine entführt. Kids (USA 1995, Larry Clark) erzählt die Geschichte eines Jungen in einer New Yorker Skater-Clique, der den sportlichen Ehrgeiz hat, möglichst viele Mädchen zu entjungfern, selbst dann noch, als er erfährt, dass er wahrscheinlich HIV-positiv ist.

Literatur: Betrock, Alan: The I Was a Teenage Juvenile Delinquent Rock'n'Roll Beach Party Movie Book: A Complete Guide to the Teen Exploitation Film, 1954-1969. New York: St. Martin's Press 1986. – Doherty, Thomas Patrick: Teenagers and teenpics: the juvenilization of American movies in the 1950s. Boston: Unwin Hyman 1988 (Media and Popular Culture. 3.); rev. and exp. ed. Philadelphia: Temple Univ. Press 2002. – Teens in the movies and TV: a selected bibliography/videography of materials in the UC Berkeley online: http://www.lib.berkeley.edu/MRC/teenpixbib.html.

Referenzen:

brat pack / brat pack movies

Collegefilm

Gang-Film

high school film

high school comedy

Halbstarkenfilm

hood film

Pennälerfilm

slacker movie


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: LK


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