Lexikon der Filmbegriffe

Trilogie

von griech. tria = drei, logos = Rede

Eine Trilogie bezeichnet eine motivlich und stofflich zusammenhängende Reihe von Geschichten oder Dramen, die einzeln verständlich sind, im Gesamt des Zyklus aber eine eigene künstlerische oder moralische Botschaft artikulieren. Die Trilogie entwickelte sich im antiken griechischen Theater und war wohl eine Intensivierungs- und Steigerungsform des einteiligen Stücks. Im Film erzählen manche Trilogien eine einzelne Geschichte in drei Teilen (wie die überdimensionierte Adaptation von Lord of the Rings durch Peter Jackson, 2001-2003, aber auch schon die 08/15-Trilogie von Paul May, 1954-55). Andere dagegen entwickeln eine ganze Reihe von Geschichten über Generationen hinweg (wie z.B. in Francis Ford Coppolas The Godfather, 1971, 1974, 1990). Eine ganze Reihe von Trilogien sind eigentlich Variationen - eines gewissen Grundkorpus von Geschichten, die mal im Vorder-, mal im Hintergrund stehen (wie in Wong Kar-Wais Zyklus aus Chungking Express, 1995, der zwei Teile der ursprünglich geplanten Trilogie umfaßt, und Fallen Angels, 1997), Variationen von Stil und historischer Epoche (wie Pier Paolo Pasolini in seiner „Trilogie des Lebens“ – Il Decamerone, 1971, Il Fiore delle mille e u.a.Notte, 1974, The Canterbury Tales, 1974), Variation eines Motivs wie in Lars von Triers „Guldhjerte“-Trilogie (= Goldherzchen; Breaking the Waves, 1996, Idioterne, 1998, und Dancer in the Dark, 2000) oder von Genre-Elementen zu Zwecken ihrer Reflexivierung (wie Wes Craven in seinen drei Scream-Filmen, 1996, 1997, 2000).

Literatur: Haucke, Lutz: Die Rom‑Trilogie des Federico Fellini. In: Kulturation, 2, 2004 [www.kulturation.de]. – Haucke, Lutz: Die postmodernen Europa‑Bilder des Lars von Trier. In: Kulturation, 1, 2005 [www.kulturation.de]. – Haucke, Lutz: Carlos Sauras Familienbilder? Eine Trilogie der Erinnerungen – Garten der Lüste 1970, Cousine Angelica 1974, Züchte Raben 1975. In: Kulturation, 1, 2006 [www.kulturation.de]. – Perkins, Claire [Elizabeth / Verevis, Constantine (eds.): Film Trilogies: New Critical Approaches. Basingstoke/New York: Palgrave 2012. 
 

Referenzen:

Zyklus I

Zyklus II: Erfolgsvariation


Artikel zuletzt geändert am 22.04.2012


Verfasser: HJW


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