Lexikon der Filmbegriffe

Zyklus I

griech.: kyklos = Kreis; engl.: cycle

Aus der Literaturwissenschaft stammende Vorstellung einer geschlossenen Reihe zusammengehöriger Werke. Die Geschlossenheit eines Zyklus ermisst sich daran, dass alle einzelnen Werke auf ein thematisches, moralisches, religiöses oder ideologisches Zentrum ausgerichtet sind und dieses in verschiedenen Beiträgen auszuloten suchen. In der Filmgeschichte hat insbesondere Eric Rohmer mit den Strukturen des Zyklus gearbeitet. Schon 1962 begann er einen sechsteiligen Zyklus Contes moreaux (1962-72). Zu seinem Zyklus Comédies et Proverbs (1981-87) gehören sechs Filme – darunter La femme de l'aviateur ou „on ne saurait penser à rien“ (1981), Pauline à la plage (1983), Les nuits de la pleine lune (1984); jeweils werden klare Leitthemen abgesteckt und durch die Geschichte illustriert; dabei gilt es, Wiederholungen zu vermeiden, das Thema durch Variation abzuzirkeln, Perspektiven oder Kontexte zu wechseln. Ein letzter Zyklus Rohmers ist Contes des quatre saisons (1990-1998). Einen weniger deutlich an das Zyklusmodell der Literatur angelehnten Filmzyklus stellt auch Kieslowskis zehnteiliger Dekalog (1988) nach den zehn Geboten dar.

Referenzen:

Trilogie


Artikel zuletzt geändert am 04.01.2012


Verfasser: HJW


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