Lexikon der Filmbegriffe

Cliffhanger

Die Dramaturgie des cliffhangers entstammt der frühen Serienproduktion, und auch das Bild, das der Begriff benutzt, ist in den 1910er und 1920er Jahren geprägt worden, stammt letztlich aber aus der seriell vertriebenen Popularliteratur des späten 19. Jahrhunderts: Am Ende einer Episode sieht man den Helden an einer Klippe hängen, nicht wissend, ob er in den Tod stürzen wird oder nicht. Die nächste Episode in der nächsten Woche nimmt diese Situation wieder auf - meist mit der Rettung des Protagonisten – und endet in einer neuen ungewissen Situation. Ein Cliffhanger ist also ein Trick, einen Handlungsfaden in einer Folge einer Serie bewusst nicht in dem Film oder der Sendung zum Abschluss zu bringen, sondern dem Geschehen am Ende eine besondere, oft dramatische Wendung zu geben, die die Spannung noch erhöht, aber ungeklärt stehen bleibt. Aus dieser gespannten Erwartung des Fortgangs soll der Zuschauer animiert werden, zur nächsten Folge wieder einzuschalten. Heute ist die Strategie des Cliffhangers vor allem in den seriellen Formaten des Fernsehens verbreitet – als unaufgelöster Höhepunkt am Ende der Episode oder als Zwischenhöhepunkt vor dem Werbeblock. 

Literatur: Jurga, Martin: Der Cliffhanger. Formen, Funktionen und Verwendungsweisen eines seriellen Inszenierungsbausteins. In: Inszenierungsgesellschaft. Hrsg. v. Herbert Willems u. Martin Jurga. Opladen: Westdeutscher Vlg. 1998, S. 471-488.
 

Referenzen:

cheater cut

hook


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: TB HJW


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