Lexikon der Filmbegriffe

Kinowelt / Kinowelt Medien AG

Der Kinowelt-Filmverleih wurde 1984 von den Brüdern Michael und Rainer Kölmel gegründet. Zunächst war er auf künstlerisch anspruchsvolle Filme (wie der erste Film des Verleihs überhaupt, Bill Forsyths Gregory‘s Girl, 1980, oder auch der spätere Riesenerfolg The English Patient, 1996, Anthony Minghella, belegen) spezialisiert. 1994 erwirtschaftete der kleine Verleih einen Jahresumsatz von 10 Millionen DM. Am 12.5.1998 ging die Firma als Kinowelt Medien AG an die Börse und bekam dadurch 600 Millionen DM zur Finanzierung weiterer Aktivitäten. Die Firma begann sich vertikal zu organisieren und war im Film- und Videoverleih, in der Produktion, im Kino, im Rechtehandel und sogar im Printbereich aktiv. 1999 war ein Jahresumsatz von 400 Millionen DM erreicht. Kinowelt kaufte im gleichen Jahr den Jugendfilmverleih sowie den angesehenen Filmverlag der Autoren auf. Der ehemalige Pandora-Verleih firmierte seit 1998 als Arthaus-Verleih unter dem Dach der Kinowelt als Anbieter für künstlerisch ambitionierte Filme (wie Majestät brauchen Sonne, 1998, Blair Witch Project, 1999, Das Fest, 1997, Tiger and Dragon, 2000). Doch die ins Unwirtschaftliche steigenden Kosten für Sportrechte sowie vor allem die nahezu unverkäuflichen Rechte an Spielfilmen und Serien eines 300 Millionen US-$ teuren Rechtepakts an 245 Spielfilmen und 600 Serienfolgen trieben den Konzern am 19.12.2001 in die Insolvenz. Erst nach verlustreicher Rückgabe des Rechtepakts an Warner Bothers, dem Verkauf der Multiplex-Kinos des Konzerns und nach Aufgabe einiger anderer Konzernaktivitäten konnte Michael Kölmel die Firmenreste zurückkaufen und die Arbeit unter dem alten Firmennamen (im Video- und DVD-Bereich) fortführen. Aus den Resten der Kinowelt entstand auch das Logo Solo-Film (das ein Filmverleih auf Agenturbasis werden soll). Auch der Pandora-Verleih firmiert wieder unter seinem alten Namen. 


Artikel zuletzt geändert am 31.07.2011


Verfasser: JH


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