Lexikon der Filmbegriffe

emotional recall

aka: affective memory; dt. ‚gefühlsmäßige Erinnerung‘, Erinnern von Gefühlen

Recall nennt man in der Psychologie den akthaften Prozess, der Informationen im Gedächtnis spontan auffinden lässt. Er setzt im Gegensatz zur ‚Wiedererkennung‘ (recognition) voraus, dass die erinnerte Information vom Erinnernden reproduziert wird. Der emotional recall gehört wie das verwandte sense memory und die repetition zu den grundlegenden Prozeduren jener Lehr- und Lerntechnik für Schauspieler, die als „method acting“ bekannt geworden ist. Der Schauspieler, der eine bestimmte Emotion, z.B. Trauer, zu spielen hat, vertieft sich nach dieser Lehre in seine eigenen erlebten Gefühle, die ihn mit dieser Emotion verbinden und die er aus seinem Unbewussten erinnern muss, z.B. indem er an den Tod eines ihm nahestehenden, geliebten Menschen denkt und ihn neu erlebt. Erst durch das entsprechende Training mit dieser Technik kann sich der Schauspieler dann „spontan“ auf seine Rolle einstellen und sie soweit ausfüllen, dass seine gespielten Emotionen glaubhaft und echt wirken. 
 

Referenzen:

method acting


Artikel zuletzt geändert am 20.07.2011


Verfasser: LK


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