Lexikon der Filmbegriffe

FEKS (Fabrik des Exzentrischen Schauspielers)

Im Dezember 1921 gründeten eine Gruppe von jungen russischen Schauspielern und Regisseuren in Petrograd die Fabrik des Exzentrischen Schauspielers, darunter Grigori Kozintsew, Leonid Trauberg und Sergei Yutkewitsch. Beeinflusst vom deutschen Expressionismus, verkünden sie ein neues sozialistisches Theater, basierend auf den Prinzipien des Zirkus und des Vaudeville. Ebenso wie bei Eisenstein finden sich Filmsequenzen in ihren Bühnenproduktionen, z.B. in Gogols Heirat (1923). Ihr erster Film Die Abenteuer des Oktyabrina (1924) ist eine Mischung aud Komik, slapstick und science fiction. Doch entwickelt sch der FEKS-Stil erst nach der Rezeption sowohl der deutschen Filme von Pabst und Lang als auch von Streik (1925) von S.M. Eisenstein. Mit ihrem Kameramann Andrei Moskwin, der seine Bilder im „germanischen Stil“ ausleuchtete, drehten Kozintsew und Trauberg Des Teufels Rad (1926), Der Mantel (1926) nach Gogol und vor allem SVD, Bund der grossen Tat (1927) und Das neue Babylon (1929), die von ihrer eigenwilligen Montage einerseits und dem stilisierten Schauspiel, das an den Caligarismus erinnert, andererseits charakterisiert sind. Mit ihrer Maxim Trilogie (1935-1939) wendeten sich Kozintsew und Trauberg einem eher realistischen Stil zu, der mit Forderungen des Sozialistischen Realismus vereinbar war. 

Literatur: Bulgakowa, Oksana: Das Phänomen FEKS: Boulevardisierung der Avantgarde. In: Montage / AV 2,1, 1993, S. 94-115. – Leyda, Jay: Kino. A History of Russian and Soviet Film. New York: Princeton University Press 1983. Zuerst 1973.


Artikel zuletzt geändert am 01.08.2011


Verfasser: JCH


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