Lexikon der Filmbegriffe

Landschaftsfilm

Eher Augenblickswendung denn wirkliche Gattungsbezeichnung. Von einem Landschaftsfilm spricht man, wenn im Zentrum der Darstellung die Landschaft und nichts anderes steht, wenn weder eine Geschichte erzählt noch soziales Leben dargestellt wird und auch nicht von der Geschichte einer Kultur die Rede ist, wird sie oft hymnisch gefeiert, mit Qualitäten wie ‚imposant‘, ‚unirdisch schön‘ oder auch ‚monumental‘ assoziiert. Im Zentrum steht die bildliche Repräsentation der Landschaft, und die Bildgestaltung greift oft in die Geschichte der Landschaftsmalerei aus. Standen Landschaftsfilme früher eher im Kontext der Heimat-Vermittlung, sind sie heute Teil des Propaganda-Apparates der Tourismus-Industrie, des ökonomisierten Sports (soweit er mit Landschaftserleben zu tun hat – Bergsteigen, Surfen etc.), werden die meist kurzen oder halblangen Filme aber auch mit psychedelischer oder Entspannungsmusik unterlegt und im Rahmen der Wellness-Industrie vertrieben und genutzt. Abgemilderte Formen finden sich auch als halblange Formate im Fernsehen.
Im Experimentalfilmfilm hat Landschaft jedoch einen festen Platz als lyrische Kontemplation oder Sujet-struktureller Gestaltung (vgl. die Filme von Michael Snow oder James Benning).


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JH


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