Lexikon der Filmbegriffe

Off / On

auch: onscreen / offscreen; onscreen space / offscreen space

(1) Die Unterscheidung von on und off ist meist recht schlicht darauf gerichtet, ob eine Tonquelle im Bild zu sehen ist (on) oder nicht (off). In jedem Fall bezieht man sich dann auf diegetischen Ton – in der stillschweigenden Annahme, dass der Raum jenseits des Bildausschnitts persistent ist und auch dann weiterexistiert, wenn er nicht tatsächlich abgebildet wird (off-camera). Diese Persistenz- oder Kontinuitätsannahme gestattet es, Szenendarstellen aufzulösen, also immer nur partielle Ansichten der Szene im Bild darzubieten. Indem der Zuschauer „suturiert“ – Ergänzungen dessen, was er sieht, zur Einheit der Szene –, bleibt die Einheit der Szene erhalten, obwohl sie nur partiell repräsentiert ist. Allerdings ist der Off-Ton ein starker Hinweis auf die Weiterexistenz des nichtsichtbaren Szenenfeldes.
(2) Manchmal wird die On/Off-Differenz auch zur Charakterisierung von Tonquellen genutzt, die wie eine Kommentator- oder Erzählerstimme, die außerdiegetische Filmmusik und ähnliches nicht zur Szene gehören.

Literatur: Wolf, Mark J. P.: Inventing Space: Toward a Taxonomy of On- and Off-Screen Space in Video Games. In: Film Quarterly 51,1, Fall 1997, pp. 11-23.
 

Referenzen:

Off Screen

off-space

Off-Sprecher

Off-Ton

Suture


Artikel zuletzt geändert am 30.08.2012


Verfasser: HJW


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