Lexikon der Filmbegriffe

plot point

im Deutschen meist: plot point; gelegentlich: Wendepunkt; engl. auch: turning point, action point

Dem aus der Filmdramaturgie stammenden Begriff liegt ein paradigmatisches, meist normativ verstandenes Narrationskonzept des Drehbuchaufbaus zugrunde: Plot points oder Wendepunkte sind – diesem dramaturgischen Modell folgend – Ereignisse oder Ereigniskomplexe, die in die Handlung eingreifen und ihr eine neue Richtung geben, in denen vor allem die Hauptfigur ein Teilziel im Hinblick auf die Bewältigung des manifesten Konflikts, Problems bzw. der selbst auferlegten oder herangetragenen Aufgabe endgültig erreicht oder verfehlt hat und ein neues Teilziel auf dem Weg zur Lösung des zentralen Problems anvisiert wird. Drehbuchtheoretiker sind sich einig, dass eine dreiaktige Plotstruktur zwar eine Reihe konfliktrelationaler plot points enthalte; Filme mit einer geschlossenen, zeitlich abgesteckten Erzählstruktur, die sich an der normativen Konvention des Dreiakters orientieren – wie z.B. Mainstream-Filme –, enthalten jedoch i.d.R. insgesamt am Ende des ersten und des zweiten Aktes nur zwei konfliktrelevante plot points, die einen Handlungsabschnitt als Ergebnis einer durch die Aktivität des Protagonisten verursachten Ereigniskette begrenzen.

Literatur: Eder, Jens: Dramaturgie des populären Films . Drehbuchpraxis und Filmtheorie. Münster/Hamburg: Lit 1999 (Beiträge zur Medienästhetik und Mediengeschichte. 7.). – Krützen, Michaele: Dramaturgie des Films. Wie Hollywood erzählt. Frankfurt: Fischer Taschenbuch Vlg. 2004, S. 106ff.

Referenzen:

auslösendes Moment

coup de foudre

Dreiakter / Dreiaktstruktur

midpoint

pivotal character

point of attack

point of revelation

Wendepunkt

Zäsur


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: DR


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