Lexikon der Filmbegriffe

Unit

(1) Als generelle Bezeichnung für das gesamte Team, das an der Produktion eines Films beteiligt ist, ist im Englischen unit gebräuchlich. Von daher leiten sich Bezeichnungen wie unit manager ab. Die second unit ist ein Aufnahmeteam, das relativ eigenständig parallel zum Hauptteam arbeitet.
(2) Im Hollywood-Studiosystem nach 1930 konkurrierten mehrere verschiedene Modelle. Ein erstes war das unit production system, bei dem der einzelne ausführende Produzent die Entscheidungsmacht nicht nur über ökonomische Fragen, sondern auch über ästhetische Qualitäten der Filme hatte. Zu den bekanntesten Beispielen für diese institutionelle Machtverteilung zählt David O. Selznick. Ein zweites war das studio production system. Es konzentrierte die Entscheidungsmacht bei einem zentralen Produzenten, der meist der Studioleiter war und der alle einzelnen Produktionen überwachte, gelegentlich auch eingriff. Irving Thalberg (MGM) oder Darryl F. Zanuck (Warner Bros.) sind zwei Vertreter dieser Philosophie.
(3) Einige units blieben für eine ganze Reihe von Filmen zusammen und bildeten eine Art von Projektgruppen oder Abteilungen. Häufig spezialisierten sie sich dabei auf die Produktion von Filmen eines besonderen Genres. Der Produzent Arthur Freed gab den Namen für die Freed Unit, die für MGM in den 1940er und 1950er Jahren vor allem Musicals (mit den Regisseuren Vincente Minelli, Stanley Donen und Gene Kelly) realisierte. Ein anderes Beispiel ist die B Horror Movie Unit, die Val Lewton für RKO leitete und die Filme wie Jacques Tourneurs Cat People (1942) und I Walked with a Zombie (1943) oder Robert Wises The Body Snatcher (1945) hervorbrachte. 
 

Referenzen:

second unit

Studiosystem


Artikel zuletzt geändert am 18.01.2012


Verfasser: JH


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