Lexikon der Filmbegriffe

Zoom

auch: optische Fahrt; eigentlich: Transfokator-Optik; auch: Focovar; unter Amateuren: Vario-Objektiv; im Volksmund: Gummilinse; engl.: zoom, zoom-lens; transfocator; variofocal lens, parfocal lens

Ein Zoom-Objektiv ist eine Aufnahme- oder Projektionsoptik, deren Brennweite manuell oder mit einem Motor stufenlos verstellt werden kann. Das gleiche Objektiv kann sich also wie ein Weitwinkel- und ein Teleobjektiv gleichzeitig verhalten. Sogar während einer Aufnahme kann man die Brennweite verändern. Man spricht dann von „Zoom-In“, wenn man das Objekt näher heranholt, von „Zoom-Out“ oder „Zoom-Back“, wenn es sich verkleinert. Dabei entsteht eine scheinbare Stauchung oder Dehnung des Raums, weil die relativen Positionen und Größen aller Objekte im Bild die gleichen bleiben; würde man die gleiche relative Größenveränderung des zentralen Objekts mit einer Fahrt machen, würden sich die Raumverhältnisse massiv ändern. Das Zoomen ist bequem, weil man den Bildausschnitt ändern kann, ohne die Kamera zu bewegen. Gerade in der Fernsehberichterstattung ist der Zoom eine der meistverwendeten Techniken der kontinuierlichen Bildveränderung. Im Film ist der Zoom verpönt und darum viel seltener anzutreffen.
Ein erstes System der kontinuierlichen Brennweitenveränderung erfand Val del Omar bereits 1928. Vorläufer der späteren Zoom-Optiken waren Transfokator, Busch Vario Glaukar und Zoomar in den 1930er Jahren. Eine Serienfertigung nahm die Firma Som-Berthiot in Dijon 1949 auf. Die Bezeichnung „Zoom“ ist wohl seit 1956 gebräuchlich und wurde durch den Objektivbauer Pierre Angénieux eingeführt.

Literatur: Chion, Michel: Technique et expression: III. Les mouvements d'optique et d'appareil (suite et fin). In: Bref: le Magazine du Court Metrage, 41, Sommer 1999, S. 50-53. – Maschmann, Einar: Lange Tüten. Die Geschichte langbrennweitiger Objektive. In: Film & TV Kameramann 47, März 1998, S. 129-135. – Wilson, Michael: Art is ambiguous: the zoom in Death in Venice. In: Literature/Film Quarterly 26,2, 1998, S. 153-156.

Referenzen:

crash zoom

Motorzoom

Zoomeffekt

Zoom-Fahrt-Kombination

Zoomfaktor

Zoomobjektiv

Zoptic


Artikel zuletzt geändert am 04.01.2012


Verfasser: JH


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