Lexikon der Filmbegriffe

director's cut

Gemeinhin wird das Recht des Regisseurs, an der endgültigen Schnittfassung mitzuarbeiten oder sogar verantwortlich zu gestalten, vertraglich festgelegt. Meist gilt dies Recht für sechs Wochen. Diese Fassung ist vollständig, der Ton ist angelegt; allerdings ist die Kopie weder farb- noch bildkorrigiert. Und auch die Tonmischung ist meist nicht abgeschlossen, die endgültige Musik noch nicht abgemischt.
Heute wird manchmal erst nach der Kinoauswertung das Recht zum director‘s cut vergeben. Es entstehen dann meist längere Fassungen, die unter dem Marketing-Vorzeichen director‘s cut wiederum im Kino und auf Video ausgewertet werden. Nicht immer gewinnt das Werk dadurch an Qualität. Es gibt nicht wenige, die die Director's-Cut-Version von Blade Runner (1982/1991, Ridley Scott) für schlechter halten als die ursprüngliche Fassung. Dagegen arbeitet die längere Fassung von Luc Bessons Léon (1994/1994) mit deutlich anderen Themenschwerpunkten als die Studiofassung. Ein besonders kurioser Fall ist Sergio Leones Once Upon a Time in America (1984/1984), der in der Final-Cut-Version Leones 227 Minuten lang war, vom Studio aber auf eine Länge von 134 Minuten gekürzt wurde, die die komplizierte Zeitstruktur der ursprünglichen Geschichte zerstörte; die ältere Version Leones wurde erst nach der recht erfolglosen Auswertung der Studio-Schnittfassung als verbindliche Version des Stoffes gestartet. 
 

Referenzen:

autorisierte Fassung

final cut

künstlerische Kontrolle

Original

uncut version


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: TB HJW


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