Lexikon der Filmbegriffe

Zwischenschnitt

engl.: intercut, intercutting

Unter einem Zwischenschnitt versteht man – eigentlich irreführenderweise, weil es ja nicht um Schnitte, sondern um ein einzelnes Segment der Auflösung geht, so dass eigentlich besser von Zwischenbild die Rede wäre – zusätzlich aufgenommene Einstellungen, die nicht die Hauptaktion zeigen, die aber auch nicht die Funktionen der cutaways haben. Bei einem Gespräch zeigt ein Zwischenschnitt das Bild des Nicht-Sprechenden, das oft eine Reaktion auf das Gesagte beinhaltet. Derartige Zwischenbilder werden oft eingesetzt, um Sprünge im Dialog (oder Kürzungen im Interview) zu ermöglichen, die durch das Zwischenbild maskiert werden. Manchmal werden neutrale Zwischenbilder von handlungsbezogenen unterschieden; erstere haben mit dem Handlungszusammenhang nichts zu tun, letztere stehen dagegen in unmittelbarem Bezug. Das Zwischenbild der Umgebungslandschaft ist neutral, das eines Handlungsdetails nicht. Stammt das Bild des Details unmittelbar aus der Filmhandlung, nennt man es manchmal intern; hat es zwar mit der Handlung zu tun, verweist aber auf einen Raum und eine Zeit außerhalb der Handlung, heißt das Bild entsprechend extern. (Externe oder neutrale) Bilder von Kaffeepflanzen, die an einen früheren Besuch in Nicaragua erinnern und die als Zwischenbilder in eine Sequenz eingebunden sind, in der es um Kaffeemachen geht, unterscheiden sich also von (internen) Bildern, die die zeigen, wie sich Milch in Kaffeetassen strudelnd verteilt, aufgrund ihrer raum-zeitlichen und handlungsstrukturellen Anbindung an den Kontext.

Referenzen:

Insert

Passage

Zwischenbild


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JH


Zurück