Lexikon der Filmbegriffe

Centro Sperimentale del Cinematografia (CSC)

Gegründet wurde die römische Filmakademie am 13.4.1935 in Rom, um der Wichtigkeit des Mediums im italienischen Faschismus Rechnung zu tragen. Erster Direktor war Luigi Chiarini, ein junger Filmkritiker, der das von Antonio Valente entworfene und 1940 fertiggestellte Haus in der Via Tuscolana (gegenüber von Cinecittà) baute. Ironischerweise wurde das CSC zu einem Zentrum der faschismuskritischen Intellektuellenbewegung, zu der auch der junge Lucchino Visconti gehörte. Seit 1937 gab das Centro die Zeitschrift Bianco e Nero heraus, die seitdem eines der wichtigsten Foren der italienischen Filmkritik geblieben ist. Das Filmarchiv des CSC wurde 1949 in den Rang der Cineteca Nazionale erhoben und ist seitdem Mitglied der FIAF. 1997 war ein scharfer Einschnitt – das Centro wurde aus der staatsunmittelbaren Finanzierung entlassen und in eine Stiftung umgewandelt. Seitdem nennt es sich Scuola Nazionale di Cinema (SNC).
Weit über die Zeit des Faschismus hinaus wurden dort viele der wichtigsten Persönlichkeiten des italienischen Films ausgebildet, u.a. Michelangelo Antonioni, Lianna Cavani, Pietro Germi, Luigi Zampa, Marco Bellocchio und Carlo Verdone sowie die Kameraleute Pasqualino De Santis, Nestor Almendros und Vittorio Storaro. Die große ästhetische und intellektuelle Bedeutung des Centro spiegelt sich auch darin wieder, dass immer wieder herausragende Theoretiker und Praktiker des Films als Lehrende im Haus gearbeitet haben, unter ihnen Alessandro Blasetti, Luchino Visconti, Vittorio De Sica, Roberto Rossellini, Béla Balàzs, Giuseppe De Santis, Carlo Lizzani und Lina Wertmüller. 


Artikel zuletzt geändert am 02.08.2011


Verfasser: JCH


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