Lexikon der Filmbegriffe

Cinecittà

Die in einem südlichen Vorort von Rom gelegene „Filmstadt“ (= cinecittà) wurde durch Benito Mussolini am 21.4.1937 eröffnet, bezeichnenderweise am mythischen Gründungstag der Stadt Rom. Das Filmgelände umfasst die damals modernsten Ateliers Europas, ein backlot sowie eine Kopieranstalt. Nicht nur die großen faschistischen Filme der nächsten Jahre – darunter Gallones Scipio Africanus (1937) und Blassettis La corona di ferro (1941) – wurden dort gedreht, sondern nach dem Krieg auch neorealistische Filme wie De Sicas Umberto D (1951) sowie die Mehrheit der italienischen Genrefilme (peplum, Italowestern) der folgenden Jahrzehnte. Vor allem Federico Fellini, der alle seine Filme ab La dolce vita (1959) in Cinecittà drehte, machte den Ort zu seiner geistigen Heimat. Die Studios treten aber auch als Anbieter auf dem internationalen Markt auf. Insbesondere die Hollywood-Produzenten mieteten häufig die Ateliers für eigene Projekte an, z.B. für Ben Hur (1959). Im Jahre 1997 veräußerte der italienische Staat seine Anteile am Gelände an ein Privatkonsortium unter der Führung von Diego Della Valle, welche mehr als 25 Million Euro in eine Modernisierung investiert haben. In neuester Zeit ist Cinecittà wieder vollbeschäftigt, u.a. drehten Jonathan Mostow U-571 (2000) und Martin Scorsese Gangs of New York(2002) dort.

Literatur: Burchielli, Roberto / Bianchini, Veronica: Cinecittà: la fabbrica dei sogni. Milano: Boroli 2004.

Referenzen:

Dinocittà


Artikel zuletzt geändert am 18.01.2012


Verfasser: JCH


Zurück