Lexikon der Filmbegriffe

Nebenhandlung

engl.: subplot, secondary plot, secondary story-line

Die Nebenhandlung dient dazu, die Bedeutung der Haupthandlung zu unterstreichen und sie zugleich noch durch Kontrast, Analogie oder eine veränderte Perspektive zu charakterisieren. Sie entstammt der Theaterdramaturgie. Nebenhandlungen dienen oft als Unterbrechungen von Haupthandlungen, als retardierende Szenen oder als komische Begleithandlung. Sie stehen bei genauerer Betrachtung in allen möglichen Funktionen – als Katalysatoren der Haupthandlung, als Wiederholung oder Zerrbild der Haupt-Figurenkonstellation, als Gegengewicht und Gegenbild, als Belege für die Unterschiedlichkeit der Milieus und Klassen, als Auslöser von Katastrophen und glücklichen Wendungen. Nebenhandlungen können sich oft nur über wenige Szenen entwickeln und sind darum oft schematischer, reduzierter und vor allem psychologisch gegenüber der Haupthandlung zurückgenommen. Für die Affektlenkung sind Nebenhandlungen oft ausgesprochen wichtig, setzen sie doch sentimentalische oder komische, rührende oder spannende Gegenaffekte gegen die Haupthandlung.

Literatur: Reichert, Günter: Die Entwicklung und Funktion der Nebenhandlung in der Tragödie vor Shakespeare. Tübingen: Niemeyer 1966.

Referenzen:

Haupthandlung / Nebenhandlung

Hintergrundhandlung

Nachdreh


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: HJW


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